2015-08 Staatsrat bei A9 endlich degradiert
Montag, 10. August 2015

Wallis: Autobahnbau unter Bundes Beobachtung

Der Bau der A9 verzeichnet  Jahre vor der Fertigstellung eine lange Serie von Skandalen. Jetzt handelt das Bundesamt für Strassenbau.

Schon im vergangenen Jahr berichtete unter anderem der SonntagsBlick über die Millionenmauschelei:

Mehrere Bauunternehmer verrechneten beim Bau der A9 2,3 Millionen Franken zu viel für den Abtransport von Tunnenausbruchmaterial.Dieser Skandal und viele weitere veranlasste nun das Bundesamt für Strassen dazu, die Walliser Behörden an die kurze Leine zu nehmen, berichtet der SonntagsBlick.

Ein Steuerungsaussschuss und eine Koordinationsgruppe mit Vertretern des Bundesamts für Strassen und des Astra-Finanzinspektorats schauen den Walliser Behörden nun auf die Finger.
Im Monatsrhythmus sollen sie die finanziellen und administrativen Probleme beim Autobahnbau behandeln. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Walliser Finanzinspektorats hervor. Laut dem Bundesamt für Strassen machen die spezielle geografische Lage und die Komplexität der Bauvorhaben die Oberaufsichtsfunktion notwendig, sagt der Sprecher Thomas Rohrbach gegenüber dem SonntagsBlick./aa

 

Früher erschienen:  6-06-2015 Pinto Cyrill

Die A9 im Oberwallis ist das letzte Stück Autobahn, an dem in der Schweiz noch gebaut wird. Jetzt zeigen Recherchen von SonntagsBlick: Beim Bau der Umfahrung Visp entstand ein Schaden von 2,3 Millionen Franken, weil Baufirmen für den Transport von Ausbruchmaterial zu viel verrechneten.

Das belegt ein Revisionsbericht des Walliser Finanzinspektorats in Zusammenarbeit mit dem Finanzinspektorat des Bundesamts für Strassen (Astra). Der Bund bezahlt beim Bau der A9 über 90 Prozent der Kosten und hat bei dem Projekt die Oberaufsicht.

60'000 Kubikmeter verschwunden

Dass der Bund den Wallisern auf die Finger schaut, hat seinen Grund. Insgesamt 191'500 Kubikmeter Ausbruchmaterial fielen für den Bau des Autobahntunnels südlich von Visp an. Doch 60'000 Kubikmeter wurden gar nicht auf die beiden Deponien Riedertal und Goler transportiert.

Offenbar bezogen Dritte das Material direkt auf der Baustelle und nutzten es für andere Bauvorhaben. Trotzdem verrechnete die Strabag AG die Transportkosten für die gesamte Menge und damit 1,5 Millionen Franken zu viel.

Nur durch den Vergleich mit den erfassten Mengen bei der Eintrittskontrolle in den Deponien kamen Inspektoren der Mauschelei auf die Spur. Auch beim Abtransport des Ausbruchmaterials aus dem A9-Haupttunnel Eyholz kam es zu Unregelmässigkeiten. «Die Gegenüberstellung der An- und Abtransporte ergibt eine Differenz von 237'044 Tonnen von zu viel erfassten Transporten», heisst es im Bericht. Mit anderen Worten: Der Bauunternehmer verrechnete 830'000 Franken zu viel.

Astra warnt vor Konsequenzen

Jetzt fordert das Astra eine Dokumentation der Transporte. Die betroffenen Unternehmen müssen mit Konsequenzen rechnen. Im Bericht heisst es: «Die ermittelte Differenz von 1,5 Millionen Franken ist dem Unternehmen Strabag AG in Rechnung zu stellen.» Dafür verzichtet das Astra auf eine Anzeige. Die Strabag AG war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die aufgedeckten Unregelmässigkeiten auf der A9-Baustelle sind nicht die ersten. 2006 wurde bekannt, dass Millionenzahlungen an Baufirmen gingen, obwohl die Arbeiten nicht abgeschlossen waren. Planungsmängel und geologische Probleme verzögern die Fertigstellung der A9. Statt wie geplant 2019 soll der Bau erst 2025 fertig sein.

 


Schreib bitte Kommentar

Erster- und Schlussname:

E-mail Adresse (wird nicht angezeigt)*:

Mein Kommentar*:


Kommentar senden